Wahlverhalten Russlanddeutsche BTW2017 Studie der Uni Duisburg-Essen

CDU 27%
Linke 21%
AfD 15%
SPD 12%
FDP 12%
Grüne 8% 

Ich habe diesen ausschließlichen AfD-Fokus in Bezug auf russlanddeutsche (Spät-) Aussiedler von Anbeginn als unsachlich und unpräzise kritisiert. Die Präferenz für die Linke ist teils durch sozioökonomische Faktoren, teils durch die Sozialisierung in der SU erklärbar. Ähnliches gilt auch für die AfD, nur mit etwas anderer ebenfalls gruppenspezifischer Ausprägung. Dass Journalisten und Wissenschaftler sich überwiegend nicht mit dem Thema auseinandergesetzt haben, aber sich dennoch trauten starke Diffamierung zu betreiben, schadet letztlich nur unserer Gesellschaft insgesamt. Die wiederholte begriffliche Unschärfe („Deutschrussen“, anstelle von „Russlanddeutsche“, „Deutsche aus Russland“) und falsch verwendete Zahlen sind nur zwei Beispiele der fehlenden Beschäftigung mit dem Thema. Dabei recherchierte der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestags bereits 2016: „Von 1950 bis 2014 wurden insgesamt 4.517.052 (Spät-) Aussiedler und deren Angehörige in der Bundesrepublik aufgenommen. 2.369.506 Personen kamen dabei aus der ehemaligen UdSSR.“ Wir sollten reflektierter mit Menschen und Problemen umgehen. Insgesamt findet jedoch eine allmähliche Normalisierung der Berichterstattung in Bezug auf die sogenannten Russlanddeutschen statt. WahlverhaltenRusslanddeutscheRieferDie „erste deutsche Wahlstudie unter deutschen Staatsbürger/innen mit Migrationshintergrund“ wurde von Prof. Dr. Achim Goerres (Universität Duisburg-Essen) und PD. Dr. Dennis Spies (Universität zu Köln) sowie Dr. Sabrina J. Mayer (Universität Duisburg-Essen) durchgeführt.

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